Klagenfurter Messehalle 3, Ingenieurholzbau von Wiehag in Österreich.
Klagenfurter Messehalle 3, Ingenieurholzbau von Wiehag in Österreich.
Klagenfurter Messehalle 3, Ingenieurholzbau von Wiehag in Österreich.
Klagenfurter Messehalle 3, Ingenieurholzbau von Wiehag in Österreich.
Klagenfurter Messehalle 3, Ingenieurholzbau von Wiehag in Österreich.

Klagenfurter Messehalle 3

Projektinformation

Hersteller

Valentin-Leitgeb-Straße 1, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
Österreich

Architekt: Dipl. Ing. Otto Loider, Wien
Statik/Konstruktion: Wiehag
Bauherr: Österreichische Holzmesse Klagenfurt
Baujahr: 1966
Produkte: Für die Haupttragwerke wurden hölzerne Bogenbinder verwendet.
Besonderheiten: 1966 ein Meilenstein in der Geschichte des Ingenieurholzbaus in Europa.

Die neue Klagenfurter Messehalle 3 stellt im Jahr 1966 einen Meilenstein in der Geschichte des Ingenieurholzbaus in Europa dar. Mit fast 100 Metern freier Stützweite und 25 Metern Höhe zählt sie zu den größten ihrer Art in Europa. Die Messe in Klagenfurt wollte mit diesem Pionierprojekt dem Namen einer Holzmesse gerecht werden und für den noch jungen und aufstrebenden Holzleimbau in Österreich deutliche Signale nach innen wie auch nach außen setzen. „Beim Betreten der Halle kommen noch immer sakrale Gefühle auf“ gibt Dr. Erler von der Messedirektion anlässlich eines Interviews für den Zuschnitt im Jahr 2007 von sich. Die Aufgabe, 96 Meter bei einem ungewohnt hohen Schneelastanteil von 2,0 kN/m² frei zu überspannen, Giebelwindlasten von 780 kN über die Dachfläche verteilt auf die Längswände herunterzubringen, 1.300 m³ Brettschichtholz in wenigen Monaten zu berechnen, zu zeichnen, zu produzieren und zu montieren, stellte für den Holzbau im Jahr 1965 eine Herausforderung von völlig neuer Dimension dar.

Als Haupttragwerke werden hölzerne Bogenbinder gewählt. Die Fußgelenke liegen 80 cm über dem Boden, von da an steigen die Bogenbinder unter einem Winkel von 45 Grad an und erreichen eine Scheitelhöhe von 25,3 m. Die tragende Hallenkonstruktion besteht aus 10 Bindern im Abstand von 6,80 m. Als Dachdeckung wurde Welleternit vorgesehen. Für die Anschlüsse der Pfetten an die Binder werden Nägel, für die Pfettenstöße und für die Anschlüsse der Windverbandstreben an die Pfetten werden Geko-Dübel mit Schrauben verwendet.
Ein Halbbogen, mit einer Länge von 55,5 m Länge, wird im Werk in einem hergestellt, muss aber mit Rücksicht auf den Transport in drei Teile mit rund 18,5 m zerlegt werden. In dreißig Eisenbahnwaggons werden die Bauteile auf die Baustelle transportiert und dort in einer vorhandenen Halle mittels Montagestößen wieder zu 55m langen Trägern zusammengesetzt. Für das Zusammenleimen der Montagestöße war es aufgrund der Wintermonate nötig, eine zusätzliche Kabine, die beheizt und klimatisiert werden konnte, aufzubauen. Nur unter solchen Vorsichtsmaßnahmen war die Montageverleimung überhaupt zu verantworten. Die 10 Binder wurden in 10 Tagen montiert. Mit zwei fahrbaren 50to Kränen konnten zwei Halbbinder gleichzeitig in die Widerlager gehoben und im Firstgelenk vereinigt werden. Dazu mussten zwei Monteure je eine Binderhälfte erklettern und das Zusammenfahren im Firstgelenk dirigieren.

Bilder: © WIEHAG GmbH