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Verformungen im Holzbau

Bei der Berechnung der zu erwartenden Verformungen wird grundsätzlich zwischen kurz einwirkenden Lasten (z. B. Schnee oder Wind) und lang einwirkenden bzw. ständigen Lasten (primär Eigengewicht und ggf. Nutzlast) unterschieden. Diese Differenzierung ist besonders bei Holzkonstruktionen von Bedeutung. Der Grund hierfür liegt in dem ausgeprägten Kriechverhalten (Kriechen = Verformungszunahme unter konstanter Langzeitlast) von Holz und Holzwerkstoffen. Je nach Nutzungsklasse (vergl. Abschnitt Nutzungs- und Gebrauchsklassen) vergrößert das Kriechen die aus ständigen Lasten resultierende Verformung um 60 % (NKL 1) bis 200 % (NKL 3); vergl. ON EN 1995-1-1 (2015) [1].


[1] ON EN 1995-1-1 (2015), ‘Eurocode 5: Design of timber structures - Part 1-1: General - Common rules and rules for buildings (consolidated version)’.